Im Juli 2025 überquerte die französische Schule KFAMC (Kung Fu et Arts Martiaux de Chine) Kontinente, um zu den Ursprüngen zurückzukehren.

Das Ziel: China, im Herzen der Wudang-Berge, einem bedeutenden Ort der inneren Kampfkünste und der Wiege des Tai Ji Quan.

KFAMC wurde auf einer Lehre gegründet, die den traditionellen chinesischen Kampfkünsten treu bleibt, und bildet seit vielen Jahren Praktizierende jeden Alters in Kung Fu, Tai Ji und Qi Gong aus. Die Leitlinie ist klar: technische Präzision, kulturelle Weitergabe und menschliche Werte miteinander zu verbinden.

Unsere Zusammenarbeit besteht nicht erst seit gestern.

Im Laufe der Jahre haben sich zahlreiche Austausche entwickelt. In Frankreich wurden Seminare organisiert. Begegnungen zwischen Lehrern, Schülern und Familien fanden statt. Eine vertrauensvolle Beziehung ist entstanden.

Einige Mitglieder von KFAMC haben uns bereits seit der Zeit in Shaolin begleitet, bis zu unserer Installation am Wudang-Berg. Sie teilen dieselbe Vision: die chinesischen Kampfkünste nicht zu fragmentieren, sondern eine vollständige Ausbildung zu vermitteln – sowohl die Kraft des Kampfes, die Strenge der Formen als auch die Tiefe der inneren Arbeit.

In diesem Geist entschieden sich etwa zwanzig ihrer Schüler im Alter von 18 bis 60 Jahren – Anfänger wie auch erfahrene Praktizierende – einen ganzen Monat in den Wudang-Bergen zu verbringen.

Ihr Ziel war nicht touristisch.
Es war klar: an einem echten Kung-Fu-Training in China teilzunehmen, vollständig integriert in den Rhythmus einer traditionellen Schule und gemeinsam mit den lokalen Schülern.

Eine echte Immersion: Leben wie die chinesischen Schüler

Im Gegensatz zu vielen Reisen, bei denen ausländische Gruppen getrennt bleiben, wurden die französischen Schüler vollständig in das Leben der Schule integriert. Es gab kein paralleles Programm und keine besondere Behandlung: Sie lebten den Alltag der Schule genau wie die chinesischen Schüler.

Konkret bedeutete das, dieselben Lebensräume zu teilen und denselben Lernrhythmus zu verfolgen:

  • Gemeinsame Schlafsäle
  • Gemeinsame Mahlzeiten in der Kantine
  • Trainingseinheiten gemeinsam mit den lokalen Klassen
  • Kulturelle Unterrichtseinheiten zusammen mit den Schülern des Internats

Die Tage begannen im Morgengrauen, oft eingehüllt in den Nebel, der die Wudang-Berge bedeckt. Nach der ersten Versammlung im Hof folgte der Tag ganz natürlich dem Rhythmus von Training am Morgen, technischem Training am Nachmittag, Dehnübungen, Wiederholungen und Korrekturen.

Das Leben in Gemeinschaft bringt einen anderen Rhythmus mit sich: weniger Komfort, mehr Disziplin und vor allem eine vollständige Immersion in die Praxis. Die Anpassung war nicht immer einfach. Hitze, Müdigkeit, die körperliche Intensität des Trainings oder auch die Sprachbarriere machten die ersten Tage manchmal anspruchsvoll.

Doch die Gruppe hielt durch. Mit Entschlossenheit, Bescheidenheit und Respekt gegenüber der Kultur, die sie empfing, passte sich jeder nach und nach an diesen neuen Rahmen an.

Ihr Bericht zeigt auch die andere Seite dieser Immersion: Lachen in den Schlafsälen, improvisierte Karaoke-Abende, lange Gespräche bei einer Tasse Tee in der Nähe der Hütten oder jene einfachen Momente, die im Rückblick oft zu den wertvollsten Erinnerungen werden.

Genau diese Mischung aus Anspruch und Leichtigkeit hat ihre Erfahrung geprägt. Wie sie selbst im Video sagen: „ein großes menschliches Abenteuer“.

Ein vollständiges Kampfkunstprogramm: extern und intern

Während vier Wochen bot dieses Kampfkunsttraining in den Wudang-Bergen den Schülern eine vollständige Ausbildung, die äußere Praxis, innere Arbeit und körperliches Training miteinander verband. Das Ziel war nicht einfach, Techniken zu sammeln, sondern die Gesamtlogik der chinesischen Kampfkünste zu entdecken.

  • Traditionelles Kung Fu
  • Tai Ji Quan
  • Qi Gong
  • Sanda
  • Konditionstraining
  • Ziegelbruch
  • Vorbereitung auf die Abschlussprüfung

Die Vormittage waren oft dem technischen Training der Formen gewidmet: Wiederholung der Bewegungen, präzise Korrekturen, Anpassung des Blicks, der Körperhaltung und der Genauigkeit der Schritte. In diesem geduldigen Lernen zählte jedes Detail.

Unter der Leitung von Zhang Xu, Spezialist für Taolu, vertieften die Schüler die Strenge und Struktur der Formen. Mit Kun erhielt die Praxis eine stärker innere Dimension: Atmung, Entspannung des Körpers, Zirkulation des Qi und Verständnis des Rhythmus der inneren Kampfkünste.

Das Programm beinhaltete auch Kampftraining. Unter der Anleitung von Chen Dong, Spezialist für Sanda und Hard Qi Gong, arbeiteten die Schüler an Schlägen, Bewegungen und Distanzkontrolle und entdeckten den direkteren und dynamischeren Aspekt der Praxis.

Doch die Ausbildung beruhte nicht nur auf diesen drei Lehrern. Viele weitere Lehrer der Schule unterrichteten während des Monats und brachten jeweils ihre eigene Spezialisierung und Sichtweise ein.

Taolu und Kampf. Intern und extern. Atem und Kraft.

Die zweite Woche: eine unerwartete Gelegenheit

Mitten in diesem Monat der Immersion in den Wudang-Bergen bot sich eine seltene Gelegenheit: an einer speziellen Aufführung der Show Wudang Yi Meng ( 武当一梦 ) teilzunehmen, einer großen Bühnenproduktion, die die Kampfkünste und Kultur des Wudang-Berges würdigt.

Die Ankündigung überraschte die ganze Gruppe. Danach ging alles sehr schnell: ein Video-Casting, eine Auswahl und anschließend drei intensive Tage Proben im größten Theater von Wudang. Die Schüler fanden sich plötzlich in einer neuen Welt wieder – zwischen Bühnenvorbereitung, Synchronisation der Bewegungen und der Entdeckung der kollektiven Arbeit eines professionellen Spektakels.

Am 11. Juli 2025 standen mehrere Mitglieder der Gruppe schließlich auf der Bühne und präsentierten ihr Tai Ji Quan vor einem Publikum aus chinesischen und internationalen Persönlichkeiten. In der Stille des Saals wurde jede Bewegung präziser, jeder Atem bewusster.

Dieser Moment, der ursprünglich völlig ungeplant war, wurde schnell zu einem der Höhepunkte des Aufenthalts.

Der Übergang vom Besucher zum Akteur.

Kultur, Weitergabe und Entdeckung

Die Immersion in den Wudang-Bergen beschränkte sich nicht nur auf das Training. Der Aufenthalt bot auch die Gelegenheit, die emblematischen Orte dieses heiligen Berges zu entdecken und das kulturelle Umfeld der taoistischen Kampfkünste besser zu verstehen.

  • Yu Xu Palace
  • Das Xiao Yao Tal
  • Alte Paläste an den Berghängen
  • Heilige Wälder, in denen sie ihre Wünsche aufhängten

Doch die tiefste Entdeckung geschah oft in einfacheren Momenten: beim gemeinsamen Hotpot, in der konzentrierten Stille eines Kalligrafie-Kurses, beim Klang des Guqin mit Blick auf die Berge oder bei einer Partie Go.

Nach und nach verstanden die Schüler, dass sich die Kampfkunst nicht nur auf Techniken beschränkt. Sie ist Teil einer Kultur, einer Philosophie und einer Lebensweise.

Kung Fu zu verstehen bedeutet auch, die Kultur zu verstehen, die es hervorgebracht hat.

Transformation und Bestätigung

Zu den prägendsten Momenten des Aufenthalts gehörte der Ziegelbruch, der von Chen Dong angeleitet wurde. Ziel war es nicht, eine spektakuläre Leistung zu zeigen, sondern konkret zu messen, welche Wirkung ein Monat intensiven Trainings in den Wudang-Bergen auf den Körper hatte.

Körperstruktur, Präzision der Bewegung, Atmung und Konzentration: all diese Elemente vereinen sich in dieser symbolischen Übung. Mehrere Schüler konnten ihren ersten Ziegel erfolgreich brechen.

Ein Symbol – nicht für rohe Kraft, sondern für die Verbindung von Technik, Geduld und Intention.

Am Ende des Aufenthalts legten die Schüler auch ihre Abschlussprüfung des chinesischen Trainingsprogramms ab. Alle bestanden erfolgreich.

Über das Diplom hinaus war es vor allem die Bestätigung eines vollständig gelebten Monats – reich an Lernen, Begegnungen und unvergesslichen Erfahrungen.

🎥 Die vollständige Reportage von KFAMC

Die Schüler von KFAMC haben ihre eigene Reportage erstellt, die dieses Kung-Fu-Training in China und ihre Immersion in den Wudang-Bergen nachzeichnet.

Ein ehrliches, menschliches und bewegendes Zeugnis.